Immanuel

14
Dez

Überall auf der Welt können wir Gottes Botschaften finden. Gottes Zeichen umgeben uns, Gott sucht ständig das Gespräch mit uns. Auch der Advent ist ein Zeichen. Dass wir im Jahr 2019 wieder den Advent erleben können, ist ein Zeichen der Fürsorge des Allmächtigen. Kein Zufall, nichts Selbstverständliches.

Bitte Gott um ein Zeichen! Darf ich das? Darf ich den Herrscher der Welt um etwas bitten?

Was geschieht, wenn Gott mich wahrhaftig erhört?

10Kurz darauf ließ der HERR wieder eine Botschaft an König Ahas überbringen: 11 »Fordere von mir, dem HERRN, deinem Gott, ein Zeichen; ich will dir mein Versprechen bestätigen. Verlang, was du willst: ein Zeichen hoch oben am Himmel oder aus der Tiefe der Totenwelt.«

12Doch Ahas wehrte ab: »Nein, nein, darauf lasse ich mich nicht ein! Ich will den HERRN nicht auf die Probe stellen.« 13 Aber Jesaja erwiderte: »Hört, ihr vom Königshaus! Reicht es euch nicht, dass ihr den Menschen zur Last fallt? Müsst ihr auch noch meinem Gott zur Last fallen? 14 Jetzt gibt euch der Herr von sich aus ein Zeichen: Die junge Frau wird schwanger werden und einen Sohn bekommen. Immanuel ›Gott ist mit uns‹ wird sie ihn nennen. Jes. 7

König Ahas dürfte sich ähnliche Fragen gestellt haben. Vor dieser unmöglichen Herausforderung – er darf Gott um alles bitten. Gott hat ihn zum Gespräch gerufen … Lass sehen, Ahas, was in deinem Herzen ist, was du über deinen Gott denkst.

Ahas bekommt die Chance geschenkt, dass Gott ihm einen Beweis für seine Macht gibt. Die Welt soll erfahren, dass Gott allgegenwärtig und allmächtig ist, und dass es dafür sichtbare Zeichen gibt.

Erstaunlich, doch König Ahas will kein Zeichen von Gott. Traut er sich nicht? Will er wirklich nicht? Kennt er sich eh gut aus? Hat er keine Zweifel? … Seine Entscheidung – ein fataler Fehler.

Doch möchte ich König Ahas nicht verurteilen. Ich befürchte, dass auch ich oft nicht die richtige Antwort weiß … außerdem klingt seine Antwort doch ganz demütig, wenn er sagt: „Ich will den Herrn nicht auf die Probe stelle.“

Wir sind, glaube ich, ganz viele, die wir die Begegnung mit Gott gefahrlos übertauchen möchten, wenn möglich gemütlich …… Das Problem dabei ist, dass Gott ein Zeichen geben will. Ob nun König Ahas will oder nicht, die Welt bekommt ein Zeichen. Es geht hier nicht um Ahas. Diese Geschichte ist Gottes Heilsgeschichte, in der Gott selbst der Hauptregisseur ist und auch die Hauptrolle spielt. Und das Zeichen: ein Kind.

Die Tage des Königs sind schwierig. Wir schreiben das 734 vor Christus. Das sind Kriegsjahre für das kleine Land Juda. Ahas steht vor einem gewaltigen Krieg und zerbricht sich den Kopf über der Frage, mit wem soll er ein Bündnis eingehen: mit Syrien oder mit Assyrien. Der Nordstaat Israel, das Bruderland, hat sich mit Syrien verbündet.

Ahas steht zwischen zwei Feuern, doch im richtigen Moment schickt ihm Gott durch den Propheten Jesaja eine Nachricht: Verbünde dich weder mit Syrien noch mit Assyrien, verbünde dich ausschließlich mit Gott. … Was für ein Angebot! Man könnte sofort die Siegeslieder anstimmen, vor Freude hüpfen und tanzen, wenn man nur verstehen könnte, dass Gott hier seine Hand reicht, eine Lösung, seinen Schutz anbietet.

Doch wie so oft, wird Gott enttäuscht und sein Angebot ausgeschlagen. Ahas missversteht Gott total und verpasst den großen und einzigartigen Moment. Gott jedoch bleibt treu auch dann, wenn wir ihm die Treue brechen. Er gibt ein Zeichen, obwohl die Welt es nicht verdient. Gott verspricht den Kommenden, den man Immanuel nennen wird, in dem Gott selbst zu den Menschen kommen wird.

Es folgen lange Jahre, mehr als sieben Jahrhunderte. Die Erinnerung an Gottes Versprechen ist schon längst verblichen. Gottes Zeiteinteilung für uns unbegreiflich. Gott wartet – wartet auf den geeigneten Moment.

Und irgendwann, an irgendeinem Tag im 734. Jahr wird der Engel Gabriel mit einer Botschaft losgeschickt. Er muss nach Galiläa, nach Nazareth, um ein junges Mädchen anzusprechen. Seine Nachricht ist ernst, Maria könnte sich schrecken, deshalb beginnt er ganz beruhigend: „Du brauchst dich nicht zu fürchten, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden. Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen; dem sollst du den Namen Jesus geben.“

Was konnte ein junges Mädchen damals schon von der Empfängnis wissen? Von Gott weiß sie genug und zweifelt nicht. Dieses junge Mädchen weiß auch die richtige Antwort: „Ich bin die Dienerin des Herrn. Was du gesagt hast, soll mit mir geschehen.“

Kurze Zeit später erscheint auch Josef ein Engel, der Mann kämpft gerade mit sich selbst, er hat schon gehört, dass seine Braut ein Kind erwartet, nicht seins, und er weiß noch nicht, dass sie Gottes Kind erwartet. Das ist alles schwer zu verstehen und wir wundern uns nicht über Josef, denn das übersteigt jede Vorstellungskraft. Sein Plan steht, er will aus dieser Geschichte aussteigen, wenn möglich ohne Skandal.

Liebevoll und fast zärtlich ist der Besuch des Engels: Hab keine Angst Josef. Auch du wirst gebraucht in dieser Geschichte, Gott hat dich voll eingeplant. Du bekommst ein einzigartiges Angebot: Nimm Maria, deine Braut zu dir und du bekommst Gott mit ihr. Bei der Geburt des Kindes wirst du ein Wunder erleben – die Ankunft Gottes, des Herrn. Du wirst sehen, wie der Allmächtige, das Versprechen, dass er durch Jesaja gab, erfüllt: Immanuel – Gott ist mit uns.

Jeder Mensch hätte gern gesehen, was Josef sehen durfte, da er dem Engel gehorchte. Wir alle wären vor Glück erblüht, hätten wir mit zuschauen können, wie Jesus aufwächst. Wie viele bitten doch unter Tränen, wäre doch der Herr mit uns.

Im Advent des Jahres 2019 nach Christi Geburt brauchen wir uns nicht die Frage zu stellen, ob denn Gott mit uns ist, sondern vielmehr: Sind wir mit Gott?

„Sucht die Nähe Gottes, dann wird er euch nahe sein!”, schreibt Jakobus. Gott ist immer dann mit dir, wenn du mit ihm bist. Das ist Advent – Ankunft.

Ich wünsche euch eine besinnliche Adventzeit und frohe Weihnachten.

Euer Pfarrer
László László

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