Lesepredigt zu Trinitatis

In dem Jahr, als König Usija starb, sah ich den Herrn. Er saß auf einem hohen Thron und war erhöht und der Saum seines Gewandes füllte den Tempel. Über ihm schwebten Seraphim, jeder hatte sechs Flügel. Mit zwei Flügeln bedeckten sie ihre Gesichter, mit zweien ihre Füße und mit dem dritten Paar flogen sie.
Sie riefen einander zu: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Allmächtige! Die Erde ist von seiner Herrlichkeit erfüllt!“
Dieses Rufen ließ die Vorhalle des Tempels erzittern und der Tempel wurde mit Rauch erfüllt. Da sagte ich: „Mir wird es furchtbar ergehen, denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen, inmitten eines Volkes mit unreinen Lippen. Ich werde umkommen, den ich habe den König, den Herrn, den Allmächtigen, gesehen!“ Doch einer der Seraphim flog zu mir, er hatte ein Stück glühender Kohle in seiner Hand, die er mit einer Zange vom Altar genommen hatte. Damit berührte er meinen Mund und sagte: „Siehe, dies hat deine Lippen berührt. Jetzt ist deine Schuld getilgt, deine Sünden sind dir vergeben.“ Dann hörte ich den Herrn fragen: „Wen soll ich senden? Wer wird für uns gehen?“ Und ich sagte: „Hier bin ich, sende mich.“

Jes6,1-8

Heilig, heilig, heilig ist der Allmächtige, der Herr Zebaoth! Das klingt dreifach in unseren Ohren. Wir feiern heute Trinitatis, die Dreieinheit Gottes, ich habe drei Teile:

1. Mit dem WIR spricht Gott die Beziehung des Vaters mit dem Sohn und dem HG an, die wir Trinität nennen. Die drei Personen Gottes lieben einander und sind gleichwertig. Jede will, was die Andere will und tut und stimmt dem zu. Gott redet in Kategorien der Liebe und der Familie. Ebenso atmet Gottes Schöpfung dieses göttliche WIR und die Harmonie darin.

Was die Welt „ökologisches Gleichgewicht“ nennt, ist nur eine Verkürzung des wahren Lebens in der Natur. Zu welcher Person Gottes wir auch beten, alle drei hören uns. Jesus lehrt, so miteinander umzugehen, wie Vater, Sohn und HG. Wo so gelebt wird, ist schon ein wenig Paradies spürbar. Die Familie ist ein Abbild der göttlichen Trinität. Staat und Kirche bauen auf Familie auf, der wunderbaren Stiftung Gottes.

2. Jesaja erschreckt, bevor Gott vergibt. Denn Gottes erhabene Majestät und Herrlichkeit leuchtet in jede Seele hinein und legt alles Sündige bloß. Jesaja ist total erschrocken, denn Böses hält die Nähe Gottes nicht aus und flieht. Jesaja tut Buße, wird gereinigt und folgt dann Gottes Ruf.

Wie betroffen sind wir über unsere Sünde?
Hoffentlich ähnlich wie Jesaja! Erschreckt unser Herz über böse Gedanken in uns? Brennen unsere Lippen über böse Worte, die ihnen entfuhren? Schmerzen Hand und Fuß über böse Taten? Wenn das so ist, weist uns das den Weg zu Umkehr, Vergebung und zum Frieden mit Gott.
Das abtrünnige Israel wähnte sich noch 150 Jahre später sicher, weil Gott doch noch im Tempel wohnt, oder? Nein…. die Herrlichkeit Gottes verließ den Tempel. Der Prophet Hesekiel sah das in einer Vision, daraufhin wurde Jerusalem erobert. Weitere 500 Jahre danach kam mit der Geburt Jesu in Bethlehem die Herrlichkeit Gottes in die Welt zurück.
Im Sohn wurde Gott sichtbar, um Israel nahe zu sein, es zu berühren und heil zu machen. Aus Liebe zum Vater kam Jesus als Mensch in die Niedrigkeit dieser Welt und gab sein Leben, um Vaters Rettungsplan für die Menschheit auszuführen. Auch als Mensch blieb der Sohn rein und mit dem Vater innig verbunden.

Jesu Reden und sein Handeln bezeugen göttliche Autorität:
„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich“, Joh14,6. Dieses Wort ist ein Versprechen Jesu für Suchende und eine Warnung für Narren, die ihn als Sohn Gottes in Frage stellen! Wer sich gegen Jesus Christus stellt, stellt sich gegen Gott und beißt auf Granit!
Wenn uns vergeben ist, sind wir wie Jesaja als Zeuge Jesu berufen. Nicht, weil unser Herr Verteidigung nötig hätte, sondern um Verirrte vor der Verlorenheit zu warnen.
Nur wer an Jesus Christus glaubt und sich ihm aus Liebe beugt, kann das Heil erlangen.

3.
Gott beruft Jesaja durch den HG zum Propheten. Nach der Reinigung kann Jesaja auf den göttlichen Ruf: „Wer will unser Bote sein?“ befreit rufen: „Hier bin ich, sende mich!“ Vom Geist erfüllt, wird Jesaja das kommende Gericht ankündigen – und das Heil durch den Sohn jenen, die zum Sohn gehören. Gott sandte Jesaja zu Israel. Wir, Jesu Jünger sind zu allen Menschen gesandt. Jesu Missionsauftrag an uns ist dabei keine Bitte – er ist eine Anordnung des Höchsten! Jesus bewies mit seinem Dienst, wie sehr Gott die Menschen liebt. ER führte seine Apostel in die Nachfolge und im Glauben ebenso uns.

Menschen zu Jesu Jüngern zu machen und im Namen des dreieinen Gottes zu taufen – was für eine Ehre ist das und welch ein Vertrauen hat Jesus zu uns! Kein leichter Dienst – doch Jesus versprach, alle Tage bei uns zu sein bis an der Welt Ende, Mt28,20. Als Zeuge Jesu musst Du nicht groß gebildet und redegewandt sein, Du musst auch nichts beweisen. Dein Leben ist glaubwürdig genug, wenn man daran Deine Liebe zu Jesus erkennen kann.
Du hast den Hl. Geist, durch den Du die Bibel, Gottes Wort, verstehen und erklären kannst.
Im Kampf um verlorene Seelen schaust Du auf Jesus wie auf ein Banner, das vor Dir weht und Dich zum Zeugnis ermutigt. Sieh auch auf Deine Familie, den Nachbarn, den Juden, den Moslem, Hindu oder Atheisten.
Alle sind sie zutiefst bedürftig des Heils, das nur Jesus Christus schenkt.

Viele Menschen wehren sich gegen die Liebe des Vaters, die Erlösung durch den Sohn und die Erkenntnis durch den HG. Ängstlich und vergeblich verbergen sie ihre Schuld und meinen, das sei klug. Ist es nicht klüger, Sünde jetzt aufzudecken als die kostbare Seele von unvergebener Schuld ruinieren zu lassen? Statt den Kopf in den Sand zu stecken, sollte jeder auf Jesus schauen und sich heilen lassen. Um danach den Kopf zu heben und die frische Luft des Friedens mit Gott zu genießen.

Wer entbehrt noch Liebe und Heilung? Der möge mit uns die Bibel lesen und hören, was wir mit Jesus schon erlebten. Ihr Lieben, durch solche Freunde kam auch ich zu Jesus. Erst im Glauben erlebte ich, was Geborgenheit ist und wie es sich anfühlt, heil und Kind Gottes zu sein. Nach und nach erschloss der Hl. Geist auch mir die Bibel und ich erkannte Jesus Christus als Gottes Sohn. So darf ich schon jetzt meine Knie vor dem Erlöser Jesus beugen und muss das nicht vor dem Richter Jesus tun.
Wie die Sonne am Himmel von außen, will uns die Herrlichkeit in Jesus innerlich erleuchten. Wer ihm gehört, erschreckt dann nicht mehr wie Jesaja, wenn er einst vollendet vor dem Höchsten steht, seinem Vater.
Wie gerne wäre ich schon da, wertvoll sind aber auch die Jahre als sein Zeuge, mit meiner lieben Frau an meiner Seite, meinem Engel, Amen.

Gerhard Moder
Vorsitzender Lutherischer Lektorenbund in Österreich | 0043 699 188 77 387 | moder.gerhard@aon.at

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