Lesepredigt – Beten wie Jesus

Predigtwort (Üb: Neues Leben)
Wenn es soweit ist, werdet ihr mich um nichts
mehr bitten müssen. Ich versichere Euch: Dann
könnt ihr selbst zum Vater gehen und ihn bitten,
und er wird eure Bitte erfüllen, weil ihr in meinem
Namen bittet. Bis jetzt habt ihr das nicht getan.
Bittet in meinem Namen, und ihr werdet
empfangen, dann wird eure Freude vollkommen
sein. Bis jetzt habe ich über diese Dinge in
Gleichnissen geredet, aber es kommt die Zeit, in
der das nicht mehr nötig sein wird; dann werde ich
offen mit euch reden und euch alles über den
Vater erzählen. Und dann werdet ihr in meinem
Namen bitten. Ich sage nicht, dass ich den Vater
für euch bitten werde, denn der Vater selbst hat
euch lieb, weil ihr mich liebt und glaubt, dass ich
vom Vater ausgegangen bin. Ich kam vom Vater in
die Welt, und ich werde die Welt verlassen und
zum Vater zurückkehren. Ich habe euch das alles
gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. Hier auf der
Erde werdet ihr viel Schweres erleben. Aber habt
Mut, denn ich habe die Welt überwunden,
Joh16,23b-28,33Dieses Predigtwort aus den Abschiedsreden Jesu
rüstet die Jünger für das Kommende. Erst nach
seiner Auferstehung werden die Jünger schauen,
was sie jetzt glauben sollen. Als Apostel werden
sie Jesus nicht mehr sehen müssen, um zu
wissen, was sie zu tun haben. Jesus verspricht
ihnen direkten Zugang zu Gott. Sie brauchen dann
seine Vermittlung nicht mehr, wenn sie etwas
erbitten. Jesus wird zum Vater heimkehren und an
seiner Stelle wird der Heilige Geist kommen. Vater
und Sohn werden in jedem Jünger wohnen und
wirken. Jesu sagte ihnen schon zuvor zu: „Wer
mich liebt, der wird mein Wort halten und mein
Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm
kommen und Wohnung bei ihm nehmen, Joh14,23.
Aus Kindern des Zorns werden Kinder der Liebe.
Diese sind vom Vater sehr geliebt, weil sie Jesus
vorbehaltlos glauben. Jesus hat ihnen also Gott als
Vater erschlossen. Ihr Beten bekommt dadurch
eine völlig neue Gewissheit. Es wird ein Beten, das
auch erhört wird, weil sie im Namen Jesu d.h. nach
dem Willen Gottes beten. Dieses Beten bedarf
ebenso keines Mittlers um erhört zu werden wie
Jesu Beten keines Mittlers bedurfte. Denn Jesus
wollte immer nur, was der Vater auch wollte.
ER sagte, der Wille des Vaters sei seine Speise. 

ER machte sich ständig bewusst, was der Vater

will. Wer so betet, darf der Erhörung gewiss sein.

 

Wie sollst Du beten? Mit welchen Worten?

Vaterunser und Psalmen sind nur Anleitung zu

einem Gebet, das Gott ehrt und gefällt.

 

Verliebte finden doch immer Worte, das gilt auch

für Deine Liebe zu Gott. Fang einfach an zu beten

– „denn in der Welt gibt es nichts Gutes, es sei

denn, man tut es.“ Wenn Du dann nicht gleich die

passenden Worte findest oder diese vielleicht nur

stammeln kannst – wird der Heilige Geist das, was

Du dabei im Herzen hast, übersetzen. Bete und Du

wirst es immer lieber tun, denn der Geist Gottes

wird Dich dazu ermutigen Dir dabei auch helfen.

 

Ein guter Einstieg in das Beten zu Gott ist der

Dank. Denke daran, wie viel Gutes Gott Dir jeden

Tag tut, dann findest Du ganz gewiss gute und

passende Worte. Ein bereits verstorbener Freund

dankte Gott sogar für einen gefundenen Parkplatz.

Ich machte ihm das nach – und es funktionierte!

 

Jesus betet zuerst den Vater an und ehrt ihn damit.

Erst dann folgen die Bitten und deren Begründung.

Danach folgt die Ergebung in des Vaters Willen

und der Dank an den Vater. Das, Ihr Lieben, ist

Beten, das Gott gefällt. Das Vaterunser ist ein

Gebetsmodell. Auch die Psalmen sind ein solches

Modell und ähnlich strukturiert, denn in diesen

betet Jesus sehr oft als Sohn und Leidensknecht

Gottes mit. Egal, ob Du zum Vater, Sohn, oder

Heiligen Geist betest – betest Du immer zu Gott.

 

Bete, wie Jesus betet und gewinne Gottes Herz!

Jesus ließ sich im Gebet zum Vater von

niemandem ablenken. Suche wie ER Orte und

Zeiten, wo Du Ruhe beim Beten hast. „Gott ist

Geist und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist

und in der Wahrheit anbeten“, sagte Jesus der

Samaritanerin am Brunnen. Gott ist keine ferne

Institution oder Behörde, die man täuschen kann.

Gott sieht in Dein Herz, ER kennt Deinen

Charakter und weiß alles, was in Dir vorgeht.

 

Jesus plauderte nicht mit dem Vater und belehrte

ihn auch nie („so beten Heiden“, sagt ER). Jesus

begründete stets, was ER erbat. Begründe auch

Du worum Du bittest. Dein Gebet soll konkret und

überlegt sein, Gott hat dann ein offenes Ohr dafür.

Wenn Du eine Bitte an Gott nicht begründen

kannst, ist sie nichtig, unterlasse sie besser.

 

Selbst in seiner Qual am Kreuz betete Jesus und
begründete seine Fürbitte: „Vater, vergib ihnen,
denn sie wissen nicht, was sie tun.
Jesus erbat wohl selten etwas für sich selbst. In
Gethsemane tat ER es in höchster Not: „Vater,
lass diesen Kelch an mir vorübergehen, aber nicht
mein, sondern Dein Wille geschehe.“ Jede unserer
ernsten Bitten an Gott sollte mit diesen Worten
enden: „Nicht mein, sondern Dein Wille geschehe.

 

Jesus betete auch nicht um des Betens willen,
sondern um des Vaters Ehre willen. Sein ganzes
Denken und Tun war Gebet zum Vater, mit dem
ER immer und überall verbunden war. Nur am
Kreuz nicht, dort musste ER vom Vater getrennt
sein, um unsere Schuld auf sich zu nehmen.

 

Jesus, der Sohn und Mitregent Gottes, Herr aller
Herren, betete demütig und erwartungsvoll zum
Vater wie ein bedürftiges Kind, dessen Speise des
Vaters Wille ist. Auch Dein Gebet drückt Deine
innere Haltung zu Gott aus und das kann nur die
Haltung eines Kindes sein, wie alt und erwachsen
Du auch sein magst.
Bist Du in Not darfst Du nach der Hilfe Gottes
schreien, denn Gott sagt Dir zu: „Rufe mich an in
der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich
preisen, Ps50,15.“ Geht es Dir gut, dann danke
Gott so wie nur möglich, denn Du erlebst keinen
Tag, ohne dass Gott Dir seine Wohltaten erweist.

 

Wenn Du als Kind Mama oder Papa umarmt und
ihnen gesagt hast: „Ich hab Dich so lieb“, kamen
ihnen mitunter Tränen der Freude. Denke daran
und Du weißt, wie Gott sich fühlt, wenn Du ihm
sagst: “Ich hab Dich lieb!“ ER, der ständig um Dein
Heil bemüht ist, sehnt sich danach. Spüre so
Gottes Frieden in Dir, der in jeder Not dieser Welt
in Dir ist. Jesus Christus erkämpfte diesen Frieden
für Dich am Kreuz und diesem überwand ER die
Welt, Amen. Gerhard Moder

 

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