Jerusalem jubelt – nur kurz!

Am nächsten Tag verbreitete sich die Nachricht, dass Jesus auf dem Weg nach Jerusalem sei, in der ganzen Stadt. Scharen von Menschen, die zum Passahfest gekommen waren, hielten Palmzweige in den Händen und zogen die Straße hinunter, ihm entgegen. Dabei riefen sie: „Gelobt sei Gott! Gepriesen sei, der im Namen des Herrn kommt! Heil dem König Israels!“
Jesus fand einen jungen Esel und setzte sich darauf. Damit erfüllte er die Prophezeiung der Heiligen Schrift: „Fürchte dich nicht, Volk Israel, dein König kommt; er sitzt auf einem Eselsfohlen.“
Damals erkannten die Jünger noch nicht, dass sich damit die Weissagung erfüllte. Doch nachdem Jesus verherrlicht worden war, erinnerten sie sich daran, wie diese Schriftstelle sich vor ihren eigenen Augen erfüllt hatte. Die Leute in der Menge, die gesehen hatten, wie Jesus Lazarus aus dem Grab ins Leben zurückgerufen hatte, erzählten den Anderen davon. Das war der Hauptgrund, warum so viele ihm entgegen zogen, weil sie von diesem großen Wunder gehört hatten, dass er es getan hatte. Da sagten die Pharisäer zueinander: „So bewirken wir nichts. Seht doch , die ganze Welt läuft ihm nach.“

Joh12,12-19

„Habt ihr von Lazarus aus Bethanien gehört? Der starb vor 4 Tagen und lebt nun wieder! Der junge Rabbi aus Galiläa hat ihn auferweckt. Wer Tote erwecken kann, könnte der Messias sein, auf den wir warten. Ein König nach unseren Vorstellungen, der die Römer vertreiben kann. Alles wird gut, wir werden wieder zur Macht, die zu respektieren ist. Welch ein Jubeltag. Kommt doch sehen wir ihn uns an, er zieht eben in die Stadt ein!“

Den Jubel lässt Jesus über sich ergehen, um der Schrift Genüge zu tun. Wichtig sind das Werk am Kreuz und seine Apostel. Sie sollen fortsetzen, was ER begann, daher ist ihre Vorbereitung von überragender Bedeutung.

Alle rufen begeistert Hosianna, doch am Karfreitag schreien sie: „Ans Kreuz mit ihm.“

Was ist da passiert?

Menschen wollen Lebensbedingungen ändern, doch Jesus will die Menschen ändern.
An Lazarus erwies ER seine Macht, Leben zu schenken. Nach seinem Einzug macht ER daher klar, dass ER Israel nicht von den Römern, sondern von Schuld und Sünde befreien will. Das kommt gar nicht gut an.

Die selbstgerechten Juden sind empört, weil sie an sich keine Schuld sehen wollen. Wer lässt sich schon gern durchschauen?
Die Stimmung im Volk wird umschlagen, aus Jubel werden Enttäuschung und Hass.

Heutzutage wird Jesus Christus oft ignoriert oder belächelt. Wozu ein Erlöser, wo man doch ganz ordentlich ist? Am Palmsonntag feiern sie Jesus, im Alltag wird ER verleugnet. Das ist der Weg ins Verderben. Corona lässt uns jedoch innehalten und nachdenken, werden wir daraus unsere Lehren ziehen?

Gott liebt alle Menschen, darum will ER sie nicht ihrem Verderben überlassen. Jesus kam nicht, um sich dienen zu lassen sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele, Mk10,45. Geborene und Ungeborene, Gesunde, Kranke, Gute wie Böse, sie alle will Gott durch Jesus retten. Jesus gab aus Liebe die Herrlichkeit preis, die ER beim Vater hatte. Und das, um Retter selbst jener zu werden, die ihn nicht kennen, ihn verspotten, ablehnen oder sogar töten.
In Jesus ist der liebende Gott gegenwärtig.
ER rettet ganz, nicht nur ein bisschen. Wie
Du ihm, gehört ER Dir nur ganz oder gar nicht
.

Jesu Apostel suchen kein autonomes Leben. Immer werden sie fragen: „Was würde der Herr hier und jetzt tun, und so werden wie es tun! Nicht eigene Vorsätze – Jesu leitet die Seinen in seiner Gesinnung, die Paulus im Jesus-Hymnus des Philipperbriefs preist:

Geht so miteinander um, wie Christus es euch vorgelebt hat. Obwohl er Gott war, bestand er nicht auf seinen göttlichen Rechten.

Er verzichtete auf alles; er nahm die niedrige Stellung eines Dieners an und wurde als Mensch geboren und als solcher erkannt. Er erniedrigte sich selbst und war gehorsam bis zum Tod, indem er wie ein Verbrecher am Kreuz starb. Deshalb hat Gott ihn in den Himmel gehoben und ihm einen Namen gegeben, der höher ist als alle anderen Namen. Vor diesem Namen sollen sich die Knie aller beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind. Und zur Ehre Gottes, des Vaters, werden alle bekennen, dass Jesus Christus Herr ist.

Phil2,5-11

Paulus Worte gelten auch Dir. Er füttert Dich hier nicht mit Theologie, sondern Dir Jesus zeigen. Deine
Selbstbestimmtheit erschüttern, denn Gott will Dich authentisch machen, wie sein Sohn Jesus es ist, so warst Du gedacht!

Jesus ist unerforschlich. Glaube und lebe ihn, nur dann verstehst Du, was ER für Dich tat und warum. So geliebt zu werden, wie ER liebt, ist doch Deine tiefste Sehnsucht!?

Gewähre dem Heiligen Geist, Jesus in Dir zu verwirklichen
! Das verändert Dich und Deine Lebensqualität. Erkennst Du an Jesus auch nur einen Makel? Vermochte das jemand? Außer Witzeleien und vagen Unterstellungen hörte ich noch nichts. Vielen ist Jesus nicht zeitgemäß, auch den Juden entsprach ER nicht. Jesus war nie der Zeit gemäß, denn ER ist Herr über Zeit und Ewigkeit! Im Glauben an Jesus bist auch Du nicht mehr zeitgemäß, weil zum Ewigen Leben mit Gott berufen. Folge Jesus, wie ER stets dem Vater folgte.

Idole beeindrucken Dich nicht mehr, denn Jesus hat alles in sich, was Du bewunderst. ER war nie sein eigener Herr, das ist der Vater. Auch Du bist nicht mehr Dein eigener Herr, das ist Jesus, ihm bist Du verantwortlich. Das entlastet Dich, denn nun hat ER das letzte Wort in Deinem Leben – ein gutes Wort.
In seinem Dienst wurde der Gottessohn zum blutenden Opferlamm. Christi Heilswerk war notwendig, einzigartig und unwiederholbar.
Seine Gesinnung jedoch – Liebe und sein Charakter wollen sich millionenfach vervielfältigen. Auch in Dir und durch Dich!
Im Grunde Deiner Seele willst Du ohnehin denken, lieben und handeln wie Dein Herr!
Doch etwas so Schweres wie seinem Sohn und dessen Aposteln mutet Gott uns nicht zu. Wir teilen unsere Zeit und Kraft zwischen Familie, Beruf, Freizeit, Gemeinde und Jesus auf. Ist auch nicht einfach, denn jeder dieser Bereiche verlangt unsere Hingabe und Treue.

Verwirf am besten allen Ehrgeiz, Stolz und Eigensinn und lebe, wie Jesus es täte.

Wie das praktisch geht?
Du kennst doch Jesu Bergpredigt, Mt5-7.
Sie sagt, wie ER ist, so sollst Du werden.

Als Jünger Jesu wirst Du genau beobachtet. Wenn man abfällig von Dir sagt: „Ach der, der gehört zu diesem Jesus“, dann ist das mehr wert als jede Goldmedaille. Dein Leben in dieser Welt ist nicht leicht und doch einfach, denn man weiß, woran man bei Dir ist.
Meide daher alles, das faul ist, denn: „Bist Du im Geringsten treu, bist Du es auch im Großen, bist Du im Geringsten ungerecht, bist Du´s auch im Großen,“ Lk16,10.

Obwohl wir Jesus folgen, muss doch jeder von uns öfter einen Abstecher zum Kreuz machen, denn wir sind nicht perfekt – noch nicht.
Am Kreuz legen wir dann alles ab, was uns in den Augen unseres Herrn beeinträchtigt.
Die Voraussetzung schafft ER eben mit seinem Einzug in Jerusalem und fünf Tage später in Golgatha, um für uns zu sterben. Selbst im Sterben und Auferstehen werden wir Jesus folgen – doch nicht in den Tod, sondern vor des Vaters Thron.

Amen.

Gerhard Moder
Vorsitzender Lutherischer Lektorenbund in Österreich | 0043 699 188 77 387 | moder.gerhard@aon.at

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