„50 mal 50: Jugend bewegt“ Interview mit Thomas Carlsson

14
Dez

Freundeskreis 50MAL50 zur Förderung der Jugendarbeit in der Evangelischen Pfarrgemeinde Melk-Scheibbs

Liebe Gemeindemitglieder, Freunde und Förderer!

Es ist nun schon einige Monate her, seit wir dazu aufgerufen haben, den Freundeskreis zur Förderung der Jugendarbeit in unserer Pfarrgemeinde zu unterstützen. Den Freundeskreis 50MAL50 zu gründen war notwendig, da wir Mag. Thomas Carlsson als Gemeindepädagogen mit Schwerpunkt Jugendarbeit seit Juni 2019 in ein Angestelltenverhältnis mit 30 Wochenstunden aufgenommen haben.

Herzlicher Dank gilt allen Förderern und Gönnern, die entweder einen monatlichen Dauerauftrag oder einen Abbuchungsauftrag eingerichtet haben um die Kosten der Anstellung zu finanzieren. Danke auch an alle, die einmalig oder auch immer wieder kleine und große Beträge für den Freundeskreis 50MAL50 spenden.

Das nachfolgende Interview mit Thomas Carlsson zeugt davon, mit welchem Einsatz und Eifer sich unser Gemeindepädagoge in seine Aufgabe einfügt, was ihn beschäftigt und was seine Arbeit in unserer Gemeinde bewirkt. Viel Spaß beim Lesen!

Wer bist du? Woher kommst du? Hast du eine Bibelstelle, die dich immer wieder aufs Neue inspiriert und vorantreibt?

Ich bin Thomas Carlsson, 39 Jahre alt, verheiratet und seit Ende Oktober Papa. Ich würde mich als einen evangelikalen Christen beschreiben, der innerhalb der Evangelischen Kirche tätig ist und Christen jeglicher Konfession liebt. Ursprünglich komme ich aus Irdning, einer kleinen Gemeinde in der Obersteiermark, aus einem christlich geprägtem Elternhaus mit starker Offenheit gegenüber anderen Denominationen im Sinne der evangelischen Allianz.

Mein Lieblingsvers ist Josua 1,5: „Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen“ – mein Konfispruch; dazu kommt noch Vers 8 aus demselben Kapitel: „Lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen, und du wirst es recht ausrichten.“

Bitte beschreibe deine Persönlichkeit in wenigen Worten:

Musikalisch, fröhlich, motiviert und motivierend, begeistert bei der Beantwortung komplexer Fragen über den Glauben.

Welche Erfahrungen hattest du in der Gemeinde und speziell in der Jugendarbeit bislang?

Alle aktiven Glieder der Gemeinde, denen ich bislang begegnet bin, sind in einer lebendigen und vertrauensvollen Beziehung zu Jesus unterwegs im Glauben und sind bereit sich einzubringen. Es besteht eine angenehme Offenheit gegenüber vielen Neuerungen, die ich anstrebe. Mit Freuden stellte ich fest, dass eine stattliche Zahl an Gemeindegliedern aktiv im Bereich der Seelsorge, der Evangelisation und der Familienarbeit engagiert ist.

Kannst du einen besonderer Moment in dieser Arbeit nennen?

Der tollste Moment für mich ist der, wenn die Konfis ihre eigenen Glaubensbekenntnisse verfassen:

Ich habe aus meiner ersten Anstellung in der Jugend-/Konfiarbeit übernommen, dass alle Konfis am Ende des Konfijahres ihre eigenen Bekenntnisse verfassen, in denen sie niederschreiben, was sie gegenüber Jesus empfinden, wer Gott für sie ist und was es für sie bedeutet, als Christ zu leben.

Es berührt mich immer wieder aufs Neue und macht mich sehr froh, wenn ich in der Vorbereitung auf den Konfigottesdienst mitbekomme wie viel sie bereits vom Glauben begriffen haben, wie sehr es sie verlangt diesen Glauben umzusetzen und aktiv zu leben.

Gott hat dich in die Gemeinde Melk-Scheibbs gesetzt, worin siehst du deine Aufgabe als Glied innerhalb des Körpers Jesu? Wie kannst und willst du deinen Geschwistern dienen?

Ich bin hier eher kritisch: Diene ich den Menschen? Helfe ichihnen in ihrem Dienst für Christus? Unterstütze ich sie im Wachstum in der Heiligung? Erkenne ich trauernde und geschwächte Personen? Helfe ich denen, die stolpern? Das war die Vision! Aber gelingt sie? Wo wird meine Frucht sichtbar?

Wie hast du dich bis jetzt – in den letzten Monaten – in der Gemeinde eingelebt und dich eingebracht?

Vornehmlich war es der Konfi-Unterricht, dann natürlich auch diverse Gottesdienste. Seit dem Sommer gibt es die anlaufende Bandarbeit und einen kleinen feinen Jugendtreff. Dazu kommen immer wieder Gottesdienste, die ich halte oder musikalisch mitgestalte.

Wie ist der Start verlaufen?

Der Start war von einer sehr positiven Stimmung geprägt. Das Wohlwollen der tragenden Gemeindeglieder und die Unterstützung durch Menschen innerhalb der Gemeinde sowie auch durch Leute außerhalb der Gemeinde hat mir den Arbeitseinstieg sehr leicht gemacht.

Äußerlich war der Start von einer Vielzahl an privaten Neuerungen geprägt: So habe ich vergangenen Herbst nicht nur meine Stelle gewechselt, sondern auch meine Frau Sabine geheiratet. Diesen Sommer sind wir umgezogen und seit Ende Oktober Eltern unseres ersten Sohnes. Es geht also auch privat einiges rund!

Erkennst du Veränderungspotential innerhalb der derzeit angebotenen Gemeindearbeit?

Ja, das Angebot lässt sich an verschiedenen Punkten erweitern. Dies war auch der Grund meiner Anstellung.

Generell bin ich dafür da, um für Jugendliche und junge Erwachsene eine Anlaufstelle nach dem Konfijahr zu sein. Der Jugendtreff bietet bereits seit diesem Sommer allen, die im Anschluss an das Konfijahr christliche Gemeinschaft erleben möchten eine regelmäßige Plattform und Möglichkeit dazu. Zirka drei Mal im Monat treffen wir uns am Samstag, beten und haben Spaß und finden in Filmen oder Spielen Bezüge zum christlichen Leben.

Derzeit im befindet sich der regelmäßige Treff für junge Erwachsene noch im Aufbau. Die dazu nötigen Kontakte zu jungen Erwachsenen knüpfe ich gerade…

Eine weitere Veränderung findet im Bereich des Liedguts statt. In Melk-Scheibbs werden seit Langem Lieder aus den ersten drei „Feiert Jesus“ Bänden im Gottesdienst gesungen. Mit Hilfe einer Worship-Band und mit einem einmal im Monat stattfindenden Lobpreisgottesdiensts werden nun verstärkt auch Lieder aus dem neuesten „Feiert Jesus 5“ vorgesungen.

Was ist deine Vision für die nächsten Jahre?

Mein Wunsch ist es, dass das Profil der Gemeinde erhalten bleibt und gestärkt wird: Ich erlebe Melk-Scheibbs als eine Gemeinde mit mehreren starken Seelsorgern und treuen Betern. Es ist eine Gemeinde, die die Entscheidung getroffen hat, Kirche für die anderen zu sein. Es ist eine Gemeinde, die auf Jesu Klarheit in dogmatischen und ethischen Fragen hört, die aber auch die Bereitschaft trägt, Menschen zur Seite zu stehen. Ich wünsche mir, der Gemeinde in dieser Linie dienlich zur Seite zu stehen mit meiner musikalischen
und lehrmäßigen Begabung. Ich will mithelfen, alte und junge Gemeindeglieder im fruchtbaren Dienst für Gott zu einen.

Was sind die größten Herausforderungen, die du für die Zukunft siehst?

Ich glaube, dass es heute nach wie vor sehr relevant ist, den Glauben von Einzelnen und von Familien zu stärken.

Eine große Schwierigkeit in der Gemeindearbeit stellt aber der Zeitmangel bei vielen dar: Das gilt besonders für die ganz Jungen, denen neben dem Druck durch Schule und Ausbildung auch eine Vielzahl an Freizeitbeschäftigungen offen stehen. Aber auch junge Familien haben neben der täglichen Arbeit und diversen Freizeitangeboten kaum Zeit füreinander oder eben für kirchliche Angelegenheiten. Es ist manchmal schwer mit kirchlichem Angebot in die vorgegebenen Zeitpläne noch hinein zu passen.

Wie wirst du diese Herausforderungen meistern?

Prinzipiell ist es so, dass jene Menschen, die gemerkt haben, welche Bereicherung uns durch ein Leben mit Gott geschenkt wird und wie viel es nützt, diesen Glauben auch in Gemeinschaft zu pflegen, sich auch immer wieder bemühen die nötigen Zeiträume dafür zu finden. Gelungen ist ein Angebot im kirchlichen Bereich, wenn eine Mensch in einem Angebot der Kirche mehrere seiner Bedürfnisse gemeinsam angesprochen sieht: wenn z.B. ein Jugendlicher mit anderen abhängen kann und gleichzeitig etwas von Gott hört; oder
junge Erwachsene andere Christen treffen, die vor Kurzem ins Arbeitsleben eingestiegen sind, wenn junge Müttern mit christlichen Müttern über Erziehungsfragen diskutieren und dabei auch gebetet wird, kurz: wenn ich Zeit in Gemeinschaft in einem Rahmen verbringen kann, wo auch andere Christen mit ähnlicher Lebenssituation sind. Gott sei Dank gibt es bereits solche Angebote. Die Herausforderung besteht darin, diese einem erweiterten Personenkreis zugänglich und schmackhaft zu machen.

Hast du konkrete Vorstellungen wie du dies innerhalb der nächsten Jahre verwirklichen möchtest?

Grundsätzlich bringt Gott die rechten Menschen zur rechten Zeit zum richtigen Ort. Genau darum kann und soll man ihn bitten. Melk-Scheibbs ist übers Gebet gewachsen. Mein Anteil besteht auch darin zusammen mit dem Leitungskreis und unseren Kirchengliedern, Nachbarn und Arbeitskollegen das Gefühl zu geben, sie versäumen etwas, wenn sie nicht unsere Veranstaltungen kennenlernen, weil sie dort Lebensrelevantes hören und Gott erleben.

Worauf legst du dein Hauptaugenmerk und welche Neuerungen sind erst in ferner Zukunft geplant?

Jetzt zu Jahresende soll auf jeden Fall noch ein Junger-Erwachsenen-Treff starten. Die Band muss weiter etabliert werden. Themenbezogene Predigten werden ab nächstem Frühjahr neu dazu kommenden Personen den Einstieg in die Gemeinde leichter machen.

Was ich für die Zukunft erhoffe: es zu erleben, dass Jugendliche, die ich als Konfis hatte, anfangen, in der Gemeinde leitende Rollen zu übernehmen, im Bereich der Jugendarbeit.

Worin benötigst du Unterstützung?

Viel Gebet hilft!! Aber alle, die sich mit mir um die Menschen in der Gemeinde kümmern und sich um sie sorgen sind eine sehr wichtige Unterstützung, wenn sie selber Ideen umsetzen. Das gibt es Gott sei Dank!

Kannst du dir vorstellen, auch überkonfessionell Kontakte zu knüpfen?

Diese gibt es bereits. Über den Mostviertler Christentag habe ich Kontakt zu freikirchlichen Musikern und Leitern erhalten. Außerdem habe ich erfreulicherweise regelmäßige Treffen mit erweckten Teilen der katholischen Kirche an meinem Wohnort in Wang und der Umgebung. Dabei haben wir sogar ein gemeinsames Projekt für die Adventzeit ins Auge gefasst.

Zum Abschluss noch ein Gebet

Gott, wir danken dir, dass du uns an der Arbeit an deinem Reich teilhaben lässt. Du bist zu den Menschen unterwegs und willst ihnen helfen, sie heilen und Leben in deiner Fülle schenken. Wir wollen deine Botschafter der Fürsorge und Errettung sein. Amen.

Das Interview führte Sabine Carlsson, die Frau von Mag. Thomas Carlsson. Herzlichen Dank!

Zusätzlich zum Gebet benötigen wir nach wie vor Mitglieder im Freundeskreis die sich dazu bereit erklären, monatlich für die Anstellung von Thomas zu spenden.
Wir würden uns über zahlreiche Rückmeldungen freuen – Danke!

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