Am letzten Sonntag im Kirchenjahr, also am letzten Sonntag vor dem ersten Advent, gedenken wir unseren Verstorbenen. Es ist ein Tag, an dem wir zurückblicken auf Vergangenes. Auf Zeiten, zusammen verbracht mit Menschen, die von uns gegangen sind. Auf Stunden der Begegnung wie des Abschiednehmens. Auf Gutes und Schweres, auf Glück und Schmerz.

Was uns bedrückt macht uns doppelt empfindsam für alles Leid, das über Menschen kommt. Wir klagen es Gott, dass der Tod so große Macht ausübt in seiner Schöpfung, dass er triumphiert über Liebe, Freundschaft, Fürsorge und Menschlichkeit. Dass Menschen fähig sind, andere zu quälen und ihnen das Leben zu nehmen.

Wenn uns die Angst befällt, dass unsere Welt sich selbst überlassen ist, dass niemand unsere Geschicke lenkt und für Gerechtigkeit sorgt lenken wir unsere Hoffnung und unseren Blick auf Gott. ER hat Erde und Himmel gegründet und ER ist es auch, der bleibt wie er ist, auch wenn wir und die Welt altern (Psalm 102). Und wie tröstlich ist es, wenn wir im Römerbrief lesen, dass uns nichts was uns in unserem Leben hier auf der Erde bereits passiert ist, was uns gerade betrifft und auch das, was noch kommen mag, jemals von der Liebe Gottes, die von Jesus verkörpert wird, trennen kann (Römer 8, 38).

Aber nicht nur seine unumstößliche Liebe sagt uns Gott zu. Jesus verspricht uns auch, dass jeder, der an ihn glaubt, ein neues, ewiges Leben geschenkt bekommt. Das lesen wir im Johannesevangelium:

Ich versichere euch: Wer auf mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben. Auf ihn kommt keine Verurteilung mehr zu; er hat den Schritt vom Tod ins Leben getan. Ich sage euch: Die Zeit kommt, ja sie ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und wer sie hört, wird leben. Denn wie der Vater aus sich selbst heraus Leben hat, so hat er auch dem Sohn die Macht gegeben, aus sich heraus Leben zu haben. Und er hat ihm die Vollmacht gegeben, Gericht zu halten; denn er ist der Menschensohn. Seid deshalb nicht erstaunt, wenn ich euch sage, dass der Tag kommt, an dem die Toten in ihren Gräbern die Stimme des Sohnes hören und herauskommen werden. Die, die getan haben, was gut ist, werden zu neuem Leben auferweckt werden; die aber, die getan haben, was böse ist, werden zu ihrer Verurteilung auferweckt werden.

Joh. 5, 24 - 29

Dieses neue Leben ist es, auf das wir als Christen hoffen, wenn wir im Vertrauen auf Jesus Christus sterben. Diese Hoffnung ist es auch, die uns trösten kann, wenn es uns in unserem Leben schlecht geht, wenn Großeltern, Eltern, Kinder und Freunde sterben oder wenn wir Furcht vor der Welt und den Menschen haben. Das weiß auch Paulus. Er ist inhaftiert und wartet auf das Urteil über Todesstrafe oder Freilassung. Aber er weiß auch, dass dies nicht bedeutet, sein zu dieser Zeit bedrohtes Leben mit untätigem Warten auf die Erlösung durch den Tod zu verbringen.

Vielmehr sollen wir die Zeit, die uns auf dieser Welt zur Verfügung steht nutzen und da sein für die, die uns brauchen. Für unsere Familie, für unsere Freunde, für unsere Gemeinde, für alle, die keinen Sinn im Leben und im Sterben sehen und vor allem für all jene, die nicht wissen, was Jesus für uns getan hat und durch uns tun kann. Das versucht Paulus auch den Christen in Philippi beizubringen:

Denn der Inhalt meines Lebens ist Christus, und deshalb ist Sterben für mich ein Gewinn. Andererseits kann ich, solange ich noch hier auf der Erde lebe, eine Arbeit tun, die Früchte trägt. Daher weiß ich nicht, was ich vorziehen soll. Ich bin hin- und hergerissen. Am liebsten würde ich das irdische Leben hinter mir lassen und bei Christus sein; das wäre bei weitem das Beste. Doch ihr braucht mich noch, und deshalb - davon bin ich überzeugt - ist es wichtiger, dass ich weiterhin hier auf der Erde bleibe. Darum bin ich auch sicher, dass ich nicht sterben werde, sondern euch allen erhalten bleibe. Denn dann kann ich dazu beitragen, dass ihr im Glauben vorankommt und dass euch durch den Glauben eine immer tiefere Freude erfüllt. Ja, wenn ich wieder bei euch bin, werdet ihr noch viel mehr Grund haben, auf Jesus Christus stolz zu sein und ihn für das zu preisen, was er durch mich für euch getan hat.

Phil. 1, 21 - 26

Deshalb gedenken wir an diesem letzten Sonntag im Kirchenjahr der Menschen, die Gott aus unserer Mitte gerufen hat und denken auch daran, dass wir selbst einmal sterben werden. Wir bitten um Trost in aller Trauer, um Ermutigung in aller Angst. Wir danken Gott für das, was er uns mit dem Leben der Verstorbenen geschenkt hat.

Heiliger und ewiger Gott, hilf uns so zu leben, dass andere auch für unser Dasein dankbar sein können. Berge uns im Mantel deiner Liebe, wenn uns kalt wird von innen her, wenn Trauer und Trostlosigkeit über uns herfallen, wenn uns die Gedanken verfolgen an das, was wir anders hätten machen sollen, wenn unser Reden und Tun, das böse war, uns einholt, wenn unsere Lebensentwürfe zerbrechen, wenn uns das Ziel unseres Daseins verschwimmt.

Und wenn das geschieht - wenn das Vergängliche mit Unvergänglichkeit bekleidet wird und das Sterbliche mit Unsterblichkeit - dann geht die Aussage in Erfüllung, die in der Schrift steht: "Der Tod ist auf der ganzen Linie besiegt!" "Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein tödlicher Stachel?" Der Stachel, der uns den Tod bringt, ist die Sünde, und dass die Sünde solche Macht hat, liegt am Gesetz. Gott aber sei Dank! Durch Jesus Christus, unseren Herrn, schenkt er uns den Sieg!

1. Kor. 15, 54 - 57

Pfarrer László László
Werner Oberegger

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16.12.2018 16:00 - 17:00
Gottesdienst mit Gospelchor
16.12.2018 19:00 - 21:00

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